Bruckenberger´s Peperoni

aus eigenen Veröffentlichungen

Die Idee hat Vorrang

Es drängt sich der Eindruck auf, dass bei der Einführung der DRG’s bei nicht wenigen die Maxime gilt: Je weniger sie sich über die enormen System verändernden Folgen im Klaren sind, desto mehr erwarten sie sich davon. Bei einer Unstimmigkeit zwischen einer Idee und der Wirklichkeit ist eben die Wirklichkeit im Unrecht.

Von der Endlichkeit des DRG-Systems (Im Sieg liegt der Untergang begründet)

Die künftige Akzeptanz des DRG-Systems wird wesentlich von der Möglichkeit abhängen, mit seiner Hilfe eine Ausgabenbegrenzung zu erreichen. Transparenz und Qualitätssicherung haben derzeit für die öffentliche gesundheitspolitische Diskussion vordergründig einen hohen Stellenwert. Falls es aber nicht gelingt, mit Hilfe des DRG-Systems die Kosten für Krankenhausbehandlung in den Griff zu bekommen, werden die Transparenz und die Qualitätssicherung den Charakter von Sekundärtugenden bekommen und das DRG-System den Weg alles Irdischen gehen. Aus dem Abrechungssystem wird im Zweifel ein Abbildungssystem. Es wird dann wieder Zeit für ein neues Jahrhundertwerk, beispielsweise in Form der Budgetierung. Die zahlreichen Sachverständigen, Experten und Institute benötigen ein neues Betätigungsfeld.

Der Opti-Mythos

Wir fordern eine optimale Versorgung für die Patienten! So lauten seit Jahren die Äußerungen nicht weniger Gesundheitspolitiker. Was tun die so angesprochenen Patienten? Sie verhalten sich entsprechend.

Das Dumme ist nur, dass das Gesetz wohlweislich nur von ausreichend, zweckmäßig, wirtschaftlich und notwendig, nirgends aber von optimal spricht. Nicht ohne Grund. Ein Solidarprinzip, das sich am Optimum für jeden Einzelnen orientiert, ist aus objektiven mathematischen Gründen - außerhalb der PISA-Welt - zum Scheitern verurteilt. Auch wenn sich "Gelegenheitsökonomen" dieser Wirklichkeit verweigern. Die Differenz zwischen "politisch optimal" und „gesetzlich ausreichend“ lautet Eigenbeteiligung.

Wie sich die Bilder gleichen 

Gibt es Unterschiede zwischen der dualistischen Krankenhausfinanzierung und dem Stabilitätspakt? Nein.
  • Beide wurden als politische „Jahrhundertwerke“ angekündigt.
  • Beide wurden bereits nach wenigen Jahren von den jeweils engagiertesten „Gründungsvätern“ als erstes unterlaufen.
  • Bei beiden wurde wegen der Nichteinhaltung der gesetzlichen Vorgaben lange kein politischer Handlungsbedarf gesehen.
  • Bei einem aus formellen Gründen nicht mehr zu vermeidendem politischen Handlungsbedarf werden beide nicht außer Kraft gesetzt. Sie werden dann eben nicht länger „juristisch-mechanisch“ (Eichel) sondern „flexibel“ interpretiert. Die Anforderungen an die Interpretationskunst verhalten sich dabei umgekehrt proportional zum jeweiligen Haushaltsdefizit. In beiden Fällen zeigen die Bürger keine besondere Entrüstung.

Vorgabe von Mindestmengen planbarer Leistungen

Hinter dem Bestreben durch die Vorgabe von Mindestmengen planbarer Leistungen die Ergebnisqualität medizinischer Leistung zu steigern, wird das bewusste oder unbewusste Ziel erkennbar, die zunehmend kritisierte Varianz ärztlichen Handelns („Halbgötter in weiß“) mit Hilfe der Gesundheitsökonomie durch ein maschinenorientiertes Menschenbild auf der Basis statistischer Signifikanzen („der PC als Götze“) zu ersetzen.

Der eigentliche Grund für die plötzlich auftretende „Qualitätseuphorie“ in Verbindung mit Mindestmengen ist erfahrungsgemäß nicht primär das öffentlich eingängige Wohl des Patienten (vordergründige Argumentation), sondern die bisher nicht bewiesene „Hoffnungsthese“, dass durch Zentralisierung und Qualifizierung bestimmter Leistungen die Ausgaben der Krankenkassen gesenkt werden können (hintergründige Motivation).

Der „Eid“ von Maastricht 1997

Wenn die fast eidartig beschworene Einhaltung der Maastrichtkriterien in der Realität die gleiche Konsequenz haben sollte wie die Einhaltung der Rechtsverpflichtungen zu einer ausreichenden Krankenhausfinanzierung, ist das Ergebnis klar absehbar.

Schöne neue Welt

Geht es nach den hoffnungsschwangeren Ankündigungen von Medizinern und Gesundheitspolitikern wird die künftige meist präventive Bekämpfung bzw. Ausschaltung von Krankheiten wie folgt verlaufen:

Sie beginnt mit der Ausschaltung der genbedingten Krankheiten durch die Präimplantationsdiagnostik. Es folgt die Ausschaltung der verhaltensbedingt hinzutretenden Krankheiten durch die Prävention mit Hilfe von gesetzlich geregelten Verhaltensweisen (Nicht trinken, nicht rauchen, nicht leben usw.). Die dann noch verbleibenden Krankheiten bzw. die Unfälle werden durch die Stammzelltherapie incl. Ersatzteillager therapiert.

Die Kontrolle erfolgt mit Hilfe eines elektronischen Gesundheitspasses durch die neu zu schaffende Zentralbehörde mit dem Namen „Zum ewigen Leben“, früher bekannt unter dem Namen „Gesundheitsministerium“, wissenschaftlich begleitet von dem „unlauteren“ Beratungsinstitut „Schöne neue Welt“.

Zeit der Alchimisten

Auch in den nächsten Jahren werden staatlich finanzierte Alchimisten auf der Suche nach dem "vollkommenen Finanzierungssystem" unterwegs sein. Die eigentlichen Gewinner in unserem immer mehr virtuell geprägten Gesundheitssystem sind längst die Berater und Experten geworden.


Stunde der Wahrheit

Die Stunde der Wahrheit bei neuen Entgeltsystemen kommt immer dann, wenn es konkret um die Höhe des Entgeltes geht. Für einen Krankenhausträger ist es ziemlich gleichgültig, ob er als Folge eines gedeckelten Budgets oder bei bundeseinheitlichen Fallpauschalen als Folge eines sinkenden Punktwertes in die Insolvenz getrieben wird.

Worte und Daten

In Deutschland gibt es nicht nur eine seit Jahren stereotyp beklagte doppelt besetzte Facharztschiene, sondern auch ein doppelt besetztes Ordnungssystem. Dabei werden von der Marktwirtschaft die wettbewerblichen Begriffe und Thesen entliehen, von der Daseinsvorsorge jedoch nach wie vor die ungebremste Neigung zur Reglementierung und das damit verbundene reale Verhalten übernommen. Hier die Worte, dort die Taten.

Im Ergebnis führte dies systemimmanent dazu, dass bei einem vorgegebenen Deckel (Beitragssatzstabilität) der Verwaltungsaufwand für das Gesundheitssystem zu Lasten der Beschäftigten (Leistungsverdichtung) bei dennoch steigenden Ausgaben und wachsendem Frust ununterbrochen zunimmt und für die Behandlung der Patienten selbst immer weniger Mittel übrig bleiben.

Wende oder Stillstand

Das deutsche Gesundheitswesen leidet seit Jahren und es ist ungewiss, ob es sich jemals wieder erholen oder ob bald seine letzte Stunde schlagen wird. Die Heilkundigen kommen von überall herbeigeeilt und beginnen meist mit Diskussionen über die Therapiezuständigkeit. Während die einen als Therapievorschlag die Öffnung des Fensters empfehlen, um frische Luft hereinzulassen, wird von anderen gerade darin die Gefahr von Kälteschocks gesehen. Zur Zeit scheint die Lösung darin zu bestehen, das Fenster geschlossen zu halten und die Scheibe einzuschlagen. Mit dieser Vorgehensweise könnte man die jeweilige Grundposition halten und hätte trotzdem etwas bewegt.

Highlander-Prinzip

Seit 1989 wird von den neoliberalen Wirtschaftstheologen die Marktwirtschaft nach dem "Highlander-Prinzip" - nur einer kann übrigbleiben - verkauft. Der Maßstab der Stärke wird im Moment nur von der nach oben offenen Richterskala des Marktes gemessen. Übersehen wird dabei, dass die freie Marktwirtschaft vor allem von den Vereinigten Staaten von Amerika gefördert wird, die 1890 noch die letzten Indianerkriege geführt haben, während im Deutschen Reich die Grundlagen für eine vorbildliche Sozialgesetzgebung gelegt wurden, welche die USA bis heute nicht erreicht haben.

Vernetzung von Versorgungssektoren (Netze und Beute)

Wer Netze auslegt, will erfahrungsgemäß Beute machen, dies gilt gleichermaßen für Spinnen, Fischer und vernetzte Leistungserbringer. Je feiner das Netz, desto größer die Beute.


Till-Eulenspiegel und die Fehlbelegung

Es gab bereits vor 500 Jahren Versuche, Fehlbelegungen abzubauen. Man kann dies in den Geschichten über Till Eulenspiegel nachlesen.

"Ein Spitalmeister wäre einen Teil der kranken Menschen gerne losgeworden und hätte ihnen die Gesundheit wohl gegönnt. Deshalb ging er zu Eulenspiegel und sagte ihm Geld zu, wenn er den Kranken hülfe. Eulenspiegel war damit einverstanden.

Da ging Eulenspiegel ins Spital, nahm zwei Knechte mit sich und fragte einen jeglichen Kranken, welches Gebrechen ihn plage. Darauf sagte er zu jedem einzelnen: »Wenn ich euch Kranken zur Gesundheit verhelfen und euch auf die Füße bringen soll, kann ich das nur so: ich muß einen von euch zu Pulver verbrennen und dies den andern zu trinken geben. Das muß ich tun! Den Kränkesten von euch allen, der nicht gehen kann, werde ich zu Pulver verbrennen, damit ich den anderen damit helfen kann. Um euch alle zu wecken, werde ich den Spitalmeister nehmen, mich in die Tür des Spitals stellen und mit lauter Stimme rufen: "Wer da nicht krank ist, der komme sogleich heraus!" Das verschlafe nicht! Denn der letzte muß die Zeche bezahlen.« So sprach er zu jedem allein.

Auf diese Rede gab jeglicher wohl acht. Und am angesagten Tage beeilten sie sich mit ihren kranken und lahmen Beinen, weil keiner der letzte sein wollte. Als Eulenspiegel nach seiner Ankündigung rief, begannen sie sofort zu laufen, darunter einige, die in zehn Jahren nicht aus dem Bett gekommen waren. Als das Spital nun ganz leer und die Kranken alle heraus waren, begehrte Eulenspiegel von dem Spitalmeister seinen Lohn und sagte, er müsse eilig in eine andere Gegend reisen. Da gab er ihm das Geld mit großem Dank, und Eulenspiegel ritt hinweg.

Aber nach drei Tagen kamen die Kranken alle wieder und klagten über ihre Krankheit. Da merkte der Spitalmeister, daß er von Eulenspiegel betrogen war. Aber der war hinweg, und er konnte ihm nichts mehr antun. Also blieben die Kranken wieder wie zuvor im Spital, und das Geld war verloren".

Wie nicht selten das Honorar für Gutachten von Krankenhausmythologen.

Krankenkassenbörse

Das neueste Produkt der Wettbewerbstheologie ist eine "Krankenkassenbörse", an der täglich mit Hilfe des "Seehoferindex" die Krankenkasse mit dem günstigsten Beitragssatz ermittelt wird. Da auf diese Weise die Versicherten ständig auf der Suche nach der kostengünstigsten Krankenkasse unterwegs sind, bessert sich sowohl ihr Bewegungsapparat als auch ihr Kreislauf und für die Krankenkassen reduzieren sich auf diese Weise die Ausgaben.

Sozialpolitische Quantenmechanik

Der erkennbar wachsende Realitätsverlust geht offensichtlich Hand in Hand mit der Zunahme von virtuellen Lösungen. Sie kommen aus dem Nichts und verschwinden wieder dorthin. Quasi eine Form sozialpolitischer Quantenmechanik.


Modellland Deutschland

Deutschland entwickelt sich beim Gesundheitswesen zu einem "Modellland", mit einer ständig wachsenden Zahl von "Modellathleten", quasi als Ersatz für die verloren gegangene Fähigkeit, sich politisch gemeinsam über eine sinnvolle Weiterentwicklung zu einigen. Am Ende gibt es eine Landschaft mit zahlreichen, möglichst unabhängigen "Modellregionen", vergleichbar dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation nach dem 30jährigen Krieg. Die Rolle der Franzosen und Schweden wird von den Beratern und Medienprofis übernommen.


Bananenrepublik oder Rechtsstaat

Jedesmal beginnt nach Inkrafttreten eines Gesetzes das Rätselraten darüber, wie wesentliche Bestimmungen dieses Gesetzes eigentlich auszulegen bzw. anzuwenden sind. Manche haben in diesem Zusammenhang aus verständlichem Ärger bereits Zweifel geäußert, ob wir noch in einem Rechtsstaat oder bereits in einer Bananenrepublik leben, wo die einen für große, die anderen für kleine Bananen plädieren und die immer zahlreicher werdenden Experten laufend unterschiedliche Vorschläge für den richtigen Krümmungsradius der Bananen unterbreiten.


Notwendigkeit von Rahmenbedingungen

Es wird übersehen, dass die Selbstverwaltung genauso wie die soziale Marktwirtschaft klare, verlässliche und längerfristig kalkulierbare, aber auch verbindliche Rahmenbedingungen benötigt. Die soziale Marktwirtschaft war beispielsweise nicht deshalb sozial, weil sich die Wettbewerber sozial verhielten, sondern weil der Gesetzgeber, veranlasst durch die erschreckenden Erfahrungen der Vergangenheit, gegen die negativen sozialen Auswirkungen eines uneingeschränkten Wettbewerbs soziale Komponenten verbindlich festgelegt hatte.

Steinewerfer

Die permanenten Gesundheitsreformer gleichen - bildhaft gesehen - Steinewerfern, die laufend Reformsteine in das Meer der objektiven Bedingungen (Anspruchshaltung, medizinischer Fortschritt, Überalterung, Standardvorstellungen) werfen. Aus der Sicht des Meeres steigt bei jedem Steinwurf nur der Wasserspiegel, während die Steinewerfer aus den ausgelösten Wellen mit Hilfe einer aufwendigen Öffentlichkeitsarbeit schlussfolgern, etwas bewegt zu haben.


Begriffsdiskussion

Die Freude an Begriffsdiskussionen übertrifft häufig die Kenntnis der rechtlichen und tatsächlichen Möglichkeiten. Bei der Umsetzung der sich rasch vermehrenden Modellvorhaben macht sich infektionsartig die "englische Begriffskrankheit" bemerkbar.

Die mythologische Kostendämpfung

Seit Jahren wird von den Krankenhausmythologen in der Öffentlichkeit behauptet, die Verweildauerreduzierung, der Bettenabbau, die Verzahnung und der Fehlbelegungsabbau würden zur Ausgabenreduzierung für die Krankenkassen führen.

Vielleicht so:

Durch die Verweildauerreduzierung
Durch den Bettenabbau
Durch die Verzahnung
Durch den Fehlbelegungsabbau
minus 50 Prozent
minus 20 Prozent
minus 10 Prozent
minus 20 Prozent
Summe minus 100 Prozent

Tatsächlich sind bisher in jedem Jahr die Ausgaben angestiegen.


Gedeckelte monistische Krankenhausfinanzierung

Was passiert eigentlich, wenn in den nächsten Jahren der Investitionsstau bei den Krankenhäusern in den alten Bundesländern nicht abgebaut wird? Zuerst nichts. Dann wird die Forderung des Einigungsvertrages nach einer Angleichung der Lebensverhältnisse in den alten und neuen Bundesländern schneller erfüllt als ursprünglich gedacht.


Menschen als Kostenfaktoren

Bei allem Engagement für eine flexible Strategie und moderne Betriebsführung darf nicht übersehen werden, dass in Krankenhäusern nicht Blech zu Autos verarbeitet wird, sondern schwerkranke Menschen in existentiellen Grenzsituationen gesund gepflegt werden sollen. Dies ist wohl eine der wichtigsten Aufgaben einer menschlichen Gesellschaft.


Telematik

Moderne Diagnostik und Therapie verursacht nicht nur einen früher nicht gekannten Kommunikations-, Organisations- und Transportbedarf; die räumliche Trennung der an der Behandlung eines Patienten beteiligten Leistungserbringer und des koordinierenden Arztes verlangt geradezu den Einsatz von Telematik in der Medizin.


Dauerreform

Der Kreislauf der verschiedenen Reformvorstellungen verläuft so schnell, dass keine Zeit bleibt, die Tragfähigkeit einer neuen Reform überhaupt auszuprobieren. Der Erfolg wird deshalb inwischen an der Ankündigung und nicht am Ergebnis gemessen.


Wettbewerb

Wettbewerb wird immer von denen gefordert, die neu in das Gesundheitssystem hinein bzw. ihren Anteil vergrößern wollen, nie von denen, die vom Wettbewerb negativ betroffen sind.

Verzahnung

Verzahnung besteht meist in dem Bemühen sich zusätzliche Zähne zu besorgen, um ein größeres Stück vom Verteilungskuchen abbeißen zu können.


Betten- oder Leistungsabbau

Es ist wesentlich bequemer, von den anderen abstrakt einen Bettenabbau zu fordern, als im eigenen Verantwortungsbereich zu einer Leistungsausweitung konkret nein zu sagen.


Die Messbarkeit bedroht die Humanität

Die Möglichkeiten des Messens werden durch den technischen Fortschritt ununterbrochen gesteigert. Es werden immer mehr und immer kleinere Mengen gemessen bzw. analysiert. Die Geräte- und Methodenvielfalt steigt ständig. Die Leistungsverdichtung bei den Patienten und beim eingesetzten Personal nimmt zu. Die Amortisation der immer teuerer werdenden "Messgeräte" bekommt tendenziell Vorrang vor der menschlichen Zuwendung. Auch die Ökonomie wird dem Prinzip des Messens unterworfen. Der Mensch wird beim Kult des Messens Nebensache.


Grenzen der Finanzierbarkeit

Derzeit wird tendenziell der gesamte Mitteleinsatz für den bestmöglichen Gesundheitszustand für jeden eingesetzt, nicht für den bestmöglichen Gesundheitszustand der größtmöglichen Zahl oder für den bestmöglichen Gesundheitszustand der Bevölkerung. Für jeden einzelnen alles leisten zu wollen, bedeutet aber bei ökonomischer Limitierung, für die Gesamtheit immer weniger leisten zu können.


Effizienzdenken als Selbstzweck

Das ständig zunehmende Effizienzdenken in unserer Gesellschaft hat nun endgültig auch das Gesundheitswesen erreicht. Menschliche und sozialpolitische Gesichtspunkte treten dabei immer mehr in den Hintergrund. Der Preis eines möglichen messbaren Qualitätsgewinnes birgt die Gefahr eines zunehmenden Verlustes an Geborgenheit.


Mensch und Maschine

Die Maschinen werden zunehmend menschlicher (Operationsroboter) und die Menschen "maschinlicher"(Ersatzteilmedizin). Der Mensch ist out, der Cyborg ist in.


Gesundheit für alle

Bei akuter Lebensgefahr helfen weder die "WHO Strategie 2000" noch Präventivmaßnahmen, sondern nur die unverzügliche Behandlung in einem leistungsfähigen und humanen Krankenhaus.


Monistische Finanzierung

Der Erfolg einer Finanzierung hängt erfahrungsgemäß nicht davon ab, ob sie monistisch, dualistisch oder trialistisch angelegt ist, sondern ob sie ausreichend ist und wie die zuständigen Behörden, die Leistungsanbieter und die Kostenträger miteinander umgehen.


Kosten- oder Ausgabenreduzierung

Kostenreduzierung in einem Versorgungssektor bedeutet nicht zwangsläufig Ausgabenreduzierung im Gesamtsystem.


Sektorenübergreifendes Handeln

Erfolgreiches sektorenübergreifendes Handeln setzt fundierte, sektorenübergreifende Kenntnisse des Leistungs- und Vertragsrechtes voraus. Man kann mit historisch sektoral geprägten Denkstrukturen nicht erfolgreich sektorenübergreifende Abstimmungen herbeiführen.


Beitragssatzstabilität

Die Forderung nach Beitragssatzstabilität wird nicht selten von denselben Personen erhoben, die bei der Errichtung neuer Angebote mit entsprechenden Folgekosten nicht bereit waren und sind, nein zu sagen.

Kostendämpfung a la Zarathustra

Die meisten Menschen sterben zu spät, einige wenige sterben zu früh, das Gebot der Stunde lautet: Mensch stirb zur rechten Zeit, im Interesse der Beitragssatzstabiliteit (frei nach Nietzsche).


Von Reform zu Reform

Es weckt falsche Erwartungen, wenn man Reformen als langfristig bzw. endgültig ankündigt, die in Wirklichkeit nur einen weiteren kurzlebigen Beitrag in dem Dauerstreit zwischen den nach wie vor unbegrenzten leistungsrechtlichen Ansprüchen der Versicherten und dem sektoralen Budget darstellen.


Großgeräteplanung

Die besten Voraussetzungen, den Absatz von Großgeräten zu steigern, schaffen gesetzgeberische oder sonstige Aktivitäten, die das Ziel haben, den Absatz von Großgeräten zu reduzieren. Vor Beginn einer verbindlichen Großgeräteplanung werden hierdurch vollendete Tatsachen geschaffen.


Kummulation oder Substitution

Die Zahl der jeweils durch neue Untersuchungsmethoden oder Behandlungsformen ausgelösten zusätzlichen Untersuchungen bzw. Behandlungen oder sonstigen Leistungen ist erfahrungsgemäß grundsätzlich größer als die Zahl der wegfallenden Untersuchungen bzw. Behandlungen, allerdings meist verbunden mit einer geringeren Belastung des Patienten.


Zeitenwende

Da die Zeit immer mehr ein Wert an sich wird, wird immer weniger davon geopfert, um frühere Versprechungen zu erfüllen, sondern immer mehr, um neue Systeme und Modelle zu entwickeln und neuen Mitspielern die Möglichkeit zu eröffnen, ebenfalls mitzuwirken.


Planen heißt präventiv handeln

Rationales Planen besteht darin, noch beeinflussbare Entwicklungen sinnvoll präventiv zu steuern und nicht darin, absehbar eintretende Überkapazitäten bzw. Chaossituationen nachträglich zu reparieren.

Virtuelle Realität

Wer an die Beitragssatzstabilität glaubt, erinnert an jemand, der glaubt, wenn er die Zeiger einer Uhr anhält, bliebe die Zeit stehen.