ERNST BRUCKENBERGER

Herzbericht 2003 mit Transplantationschirurgie

16. Bericht
Sektorenübergreifende Gesundheitsberichterstattung zur Kardiologie und Herzchirurgie in Deutschland. Mit vergleichenden Daten aus Österreich und anderen europäischen Staaten.

11. Oktober 2004

Kurzinfo


Die vollständige Fassung des Herzberichtes 2003 steht ab sofort zur Verfügung. Die aktuelle Analyse für das Berichtsjahr 2003 umfasst 190 Seiten im A4 Format mit 178 farbigen Abbildungen und 80 Tabellen. Zusätzlich stehen Informationen über die Kardiologie und Herzchirurgie in Österreich und Europa sowie Fachbeiträge verschiedener Gastautoren zur Verfügung.

Druckstücke können auf Anfrage gegen Erstattung der Selbstkosten beim Verfasser bezogen werden.


Inhaltsverzeichnis

Sektorenübergreifende Gesundheitsberichterstattung zur Kardiologie, Herzchirurgie und Transplantationschirurgie
Überblick über die Angebots- und Leistungsstruktur in Deutschland

1. Bevölkerung in Deutschland am 31.12.2003
2. Morbidität und Mortalität ausgewählter Herzkrankheiten - 2002

2.1 Stationäre Morbidität
2.2 Mortalität

3. Kardiologie in Deutschland - 2003

3.1 Kardiologen
3.2 Linksherzkatheter-Messplätze
3.3 Linksherzkatheter-Untersuchungen, PTCA´s u. sonstige kardiologische Leistungen
3.3.1 Kassenärztliche kardiologische Versorgung
3.3.2 Linksherzkatheter-Untersuchungen und PTCA‘s insgesamt

4. Herzchirurgie in Deutschland - 2003

4.1 Herzchirurgen
4.2 Herzchirurgische Zentren
4.3 Herzoperationen mit HLM
4.3.3 Altersstruktur der operierten Patienten
4.3.4 Geschlecht der operierten Patienten
4.3.5 Patientenwanderung zwischen den Ländern
4.3.6 Sonstiges (Warteliste, Notfalloperationen)
4.4 Herzoperationen ohne HLM
4.5 Herzoperationen mit und ohne HLM

5. Kinderkardiologie und Kinderherzchirurgie in Deutschland - 2003/2002

5.1 Morbidität und Mortalität - 2002
5.2 Kinderherzkliniken 2003
5.3 Kinderkardiologie
5.3.1 Kinderkardiologen
5.3.2 Kinderkardiologische Leistungen 2003
5.4.1 Operationen angeborener Herzfehler mit und ohne HLM nach Alter und Häufigkeit
5.4.2 Operationen angeborener Herzfehler mit und ohne HLM nach Ländern
5.4.3 Warteliste
5.5 Medizinische Rehabilitation für herzkranke Kinder und Jugendliche
5.6 Entwicklungstendenzen seit 1980
5.6.1 Entwicklung der Operationen angeborener Herzfehler mit und ohne HLM
5.6.2 Entwicklung der Sterbeziffer (Gewinn an Lebensjahren)

6. Angebots- und Leistungsentwicklung von 1980 bis 2002 bzw. 2003

6.1 Entwicklung der Bevölkerung nach Altersgruppen
6.2 Entwicklung der stationären Morbidität ausgewählter Herzkrankheiten
6.3 Entwicklung der Mortalität ausgewählter Herzkrankheiten
6.4 Entwicklung der Angebotsstrukturen
6.4.1 Entwicklung der Linksherzkatheter-Messplätze
6.4.2 Entwicklung der herzchirurgischen Zentren
6.5 Entwicklung ausgewählter kardiologischer Diagnostik
6.5.1 Entwicklung der kassenärztlichen kardiologischen Diagnostik
6.5.2 Entwicklung der Linksherzkatheter-Untersuchungen insgesamt
6.6 Entwicklung der kardiologischen Therapie
6.6.1 Entwicklung der kassenärztlichen kardiologischen Therapie
6.7 Entwicklung der Herzchirurgie
6.7.1 Entwicklung der Herzoperationen mit HLM
6.7.2 Entwicklung der Herzoperationen ohne HLM
6.8 Ergebnisorientierte Analyse

7. Anschlussheilbehandlung der Gesetzlichen Rentenversicherung - 2003

7.1 Anschlussheilbehandlungen nach Geschlecht und Altersgruppen
7.2 Derzeitige Angebotsstruktur nach Ländern
7.3 Sektorenübergreifende Versorgungsstrukturen
7.4 Medizinische Rehabilitation kardiologischer AHB-Patienten der BfA
7.5 Kardiologische Rehabilitation im Wandel

8. Externe Qualitätsdarstellung in Kardiologie und Herzchirurgie

8.1 Zusammenfassung
8.2 Einleitung
8.3 Datenbasis und Methoden
8.4 Ergebnisse
8.4.1 Koronarangiographie
8.4.2 Perkutane transluminale Koronarangioplastie (PTCA)
8.4.3 Koronarchirurgie
8.5 Diskussion

9. Kardiologie und Herzchirurgie im deutschen DRG-System
10. Krankheitskosten für die Krankheiten des Kreislaufsystems 2002
11. Transplantationschirurgie in Deutschland - 2003

11.1 Transplantationszentren
11.2 Herz-Transplantationszentren
11.3 Lungen-Transplantationszentren
11.4 Nieren-Transplantationszentren
11.5 Leber-Transplantationszentren
11.6 Pankreas-Transplantationszentren
11.7 Darm-Transplantationszentren
11.8 Alle Transplantationszentren
11.9 Transplantationen seit 1992
11.10 Das Transplantationsgesetz

Überblick über die Angebots- und Leistungsstruktur in anderen Ländern
12. Kardiologie und Herzchirurgie in Österreich

12.1 Morbidität und Mortalität nach Geschlecht und Altersgruppen - 2002
12.2 Angebotsstruktur - 2003
12.3 Kardiologie - 2003
12.4 Herzchirurgie - 2003
12.5 Vergleich Deutschland und Österreich - 2003

13. Vergleich der Kardiologie und Herzchirurgie in Europa

13.1 Vergleich der Altersstruktur der Bevölkerung 2002
13.2 Vergleich der Mortalität ischämischer Herzkrankheiten
13.3 Europavergleich ausgewählter Diagnostik und Therapie 2002
13.4 Transplantationschirurgie in Europa 2003

Anhang
Literaturverzeichnis
Anschriften der Herzchirurgen und herzchirurgischen Zentren in Deutschland
Anschriften von Kinderkardiologen in Deutschland
Rehabilitationseinrichtungen (AHB / AR-Kliniken) für Herz-, Kreislauferkrankungen
Anschriften der Herzkatheterzentren in Österreich
Abkürzungsverzeichnis


Sektorenübergreifende Gesundheitsberichterstattung zur Kardiologie, Herzchirurgie und Transplantationschirurgie

Der 16. Herzbericht analysiert die Angebotsstruktur und die Versorgung der 2003/2002 in Deutschland bei ausgewählten Herzkrankheiten kardiologisch und herzchirurgisch ambulant und stationär behandelten Patienten. Der Bericht wurde 1988 erstmals vorgelegt und wird seitdem durch den Verfasser ständig erweitert. Er umfasst inzwischen, mit dem Ziel einer sektorenübergreifenden Gesundheitsbe-richterstattung, neben der Herzchirurgie und Kardiologie im engeren Sinn auch andere mit der Versorgung der davon betroffenen Patienten zusammenhängende Tatbestände und Daten.

Der 16. Herzbericht enthält bundesweite und Länder bezogene Informationen über

Bei der Analyse der Morbidität und Mortalität ausgewähl-ter Herzkrankheiten wurden Daten des Statistischen Bundes-am-tes in Wiesbaden verwendet, die umfassend, bereitwillig und umgehend zur Verfügung gestellt wurden.

Die Daten über die kassenärztliche Versorgung ausgewählter Diagnostik und Therapie am Herzen und an herznahen Gefäßen wurden im Hinblick auf eine möglichst umfassende Berichterstattung liebenswürdigerweise vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland geliefert.

Die Datenerfassung für die ausgewählten diagnostischen und therapeutischen Daten der Erwachsenen-Kardiologie erfolgte auf der Basis der Umfrage der Kommission für Klinische Kardiologie und der Arbeitsgruppe Interventionelle Kardiologie (für die ESC) und Angiologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz-Kreislaufforschung und die durch mehrere Gesundheitsministerien veranlaßten Länderumfragen, veranlasst durch eine Bitte der Arbeitsgruppe Krankenhauswesen der AOLG.

Die Daten der Kinderherzkatheterlabors wurden von der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Kardiologie zur Verfü-gung gestellt.

Die Datenerfassung für die Herzchirurgie erfolgte - wie bereits 1989 mit dem Verfasser vereinbart - auf der Grundlage der jährlichen Länderumfrage der Deutschen Gesellschaft für Thorax, Herz- u. Gefäßchirurgie. Die Auswertung der Basis-daten wurde von der Arbeitsgruppe für Dokumentation und Qualitäts-sicherung in der Herzchirurgie im UKE Hamburg („Hamburger Jahresstatistik“) vorgenommen.

Beim europäischen Vergleich der kardiologischen und herzchirurgischen Versorgung wurde auf die Daten des von F. Unger und P. Ghosh, European Heart Institute, Salzburg, veröffentlichten europäischen Herz-Reports zurückgegriffen.

Die Datenerfassung für die Transplantationschirurgie erfolgte in Abstimmung mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) auf der Basis des Jahresberichtes „Organspende und Transplantation in Deutschland 2003“.

Die Ausführungen zur Qualitätssicherung stammen von der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung GmbH mit Sitz in Düsseldorf.


Überblick über die Angebots- und Leistungsstruktur in Deutschland

Bevölkerung 2003
Deutschland hatte am 31.12.2003 82.531.671 Einwohner, 40.356.014 Männer und 42.175.657 Frauen.

Morbidität und Mortalität 2002
Die stationäre Morbidität, d.h. die Zahl der vollstationären Fälle pro 100.000 Einwohner (wohnortbezogen, ohne Patienten aus dem Ausland) betrug 2002 für den akuten Myokardinfarkt (ICD I21) 187,6, und für die ischämischen Herzkrankheiten (ICD I20-25) 1002,1.

Die Sterbeziffer, d.h. die Zahl der Gestorbenen pro 100.000 Einwohner betrug 2002 für den akuten Myokardinfarkt (ICD I21) 77,8 und für die ischämische Herzkrankheiten (ICD I20-I25) 199,7.

Kardiologie 2002
Am 31.12.2003 waren 3.059 Kardiologen berufstätig.
Es waren 555 Linksherzkatheter-Messplätze (Erwachsene und Kinder) in Betrieb.
Es wurden 655.512 Linksherzkatheter-Untersuchungen erbracht.
Es wurden 222.668 PTCA´s durchgeführt und dabei 179.732 Stents eingesetzt.

Kassenärztliche kardiologische Versorgung 2003/2002
Am 31.12.2003 haben 2.126 Kardiologen an der kassenärztlichen Versorgung teilgenommen.
Für Diagostik und Therapie am Herzen und an den herznahen Gefäßen wurden 2002:

173.118 Stressechokardiographien
3.721.705 Dopplerechokardiograhien
6.731 Einschwemmkatheter
119.432 Linksherkatheter
17.143 Dilatationen und
187.431 Herzszintigraphien erbracht.

Herzchirurgie 2003
Bundesweit waren 614 Herzchirurgen und Thorax-Kardiovaskularchirurgen berufstätig.
Es waren 78 herzchirurgische Zentren in Betrieb.
Es wurden 94.712 Herzoperationen mit HLM und 52.765 Operationen ohne HLM durchgeführt.
74,2 Prozent der Patienten waren über 60.
39,5 Prozent der Herzoperationen mit HLM entfielen auf die über 70-jährigen Patienten.
68,8 Prozent der Herzoperationen mit HLM entfielen auf die Männer, 31,2 Prozent auf die Frauen.
4.534 Patienten waren auf der Warteliste vorgemerkt.

Kinderkardiologie und Kinderherzchirurgie
(Operation angeborener Herzfehler) 2003
Am 31.12.2003 waren bundesweit 295 Kinderkardiogen berufstätig. An 28 Herzzentren wurden 1.741 Operationen angeborener Herzfehler mit HLM an Säuglingen (unter 1 Jahr), an 34 Herzzentren 1.791 Operationen mit HLM an Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren und an 69 Herzzentren 883 Operationen mit HLM an Jugendlichen und Erwachsenen ab 17 Jahren durchgeführt.

Entwicklung der Angebots- und Leistungsstruktur von 1990 bis 2003/2002
Die Sterbeziffer des akuten Myokardinfarktes ist seit 1990 von 107,4 auf 77,8 zurückgegangen.
Die Sterbeziffer der ischämischen Herzkrankheiten ist seit 1990 von 216,3 auf 199,7 zurückgegangen.
Von 1990 bis 2003
Die Zahl der Linksherzkatheter-Messplätze stieg seit 1990 von 234 auf 555.
Die Zahl der Herzzentren stieg seit 1990 von 46 auf 78.
Die Zahl der Linksherzkatheter-Untersuchungen hat sich seit 1990 von 193.673 auf 655.512 erhöht.
Die Zahl der PTCA´s hat sich seit 1990 von 33.785 auf 222.668 erhöht.
Die Zahl der Herzoperationen mit HLM hat sich seit 1990 von 38.712 auf 94.712 erhöht.
Die Zahl der Herzoperationen mit HLM hat sich seit 1990 von 5.581 auf 52.765 erhöht.

Medizinische Rehabilitation 2003
Im Jahr 2003 hatten 167 AHB-Kliniken eine Anerkennung für Krankheiten des Herzens und des Kreislaufes.

Transplantationschirurgie 2003
Im Jahr 2003 wurden 394 Herzen, 212 Lungen, 2.111 Nieren, 855 Lebern und 169 Pankrease, insgesamt 3.741 Organe transplantiert.

Ausgaben der Krankenkassen 2003
Für Linksherzkatheter-Untersuchungen, PTCA´s (incl.Stents) Herzoperationen und AHB-Maßnahmen wurden von den Krankenkassen im Jahr 2003 schätzungsweise rd. 3,0 Mrd. Euro ausgegeben.

Vergleich Deutschland/Österreich (pmp)
Deutschland lag 2003 bei den Linksherzkatheter-Untersuchungen, den PTC´s und den Koronaroperationen deutlich über den Vergleichswerten aus Österreich.

Europäischer Vergleich (pro 1 Million Einwohner 2002)
Im europäischen Vergleich pro eine Million Einwohner lag Deutschland 2002 bei den PTCA´s an zweiter und bei den Herzoperationen an dritter Stelle.