ERNST BRUCKENBERGER

Herzbericht 2002 mit Transplantationschirurgie

15. Bericht der Arbeitsgruppe Krankenhauswesen der Arbeitsgemeinschaft der obersten Ländergesundheitsbehörden (AOLG)

10.September 2003

Kurzinfo


Die vollständige Fassung des Herzberichtes 2002 steht ab 20.09.2003 zur Verfügung. Der aktuelle Bericht umfasst 174 Seiten (4farbig im A4-Format und rd. 225 Tabellen und Abbildungen. Zusätzlich stehen in dieser Ausgabe wieder Informationen über die Kardiologie und Herzchirurgie in Österreich, der Schweiz und Europa sowie Fachbeiträge verschiedener Gastautoren zur Verfügung.

Druckstücke können auf Anfrage gegen Erstattung der Selbstkosten beim Verfasser bezogen werden.


Gesamtinhaltsverzeichnis

Sektorenübergreifende Gesundheitsberichterstattung zur Kardiologie, Herzchirurgie und Transplantationschirurgie

Überblick über die Angebots- und Leistungsstruktur in Deutschland

1. Bevölkerung in Deutschland am 31.12.2001
2. Morbidität und Mortalität - 2000/2001

2.1 Morbidität ischämischer und anderer Herzkrankheiten nach Diagnosen und Ländern
2.2 Mortalität ischämischer und anderer Herzkrankheiten nach Diagnosen und Ländern

3. Kardiologie in Deutschland - 2002

3.1 Kardiologen
3.2 Linksherzkatheter-Messplätze
3.3 Linksherzkatheter-Untersuchungen, PTCA´s u. sonstige kardiologische Leistungen
3.3.1 Kassenärztliche kardiologische Versorgung
3.3.2 Linksherzkatheter-Untersuchungen und PTCA`s insgesamt

4. Herzchirurgie in Deutschland - 2002

4.1 Herzchirurgische Zentren
4.2 Herzchirurgen
4.3 Herzoperationen mit HLM
4.4 Verteilung nach Art der Operation
4.5 Altersstruktur der operierten Patienten
4.6 Geschlecht der operierten Patienten
4.7 Patientenwanderung zwischen den Ländern
4.8 Warteliste
4.9 „Herzoperationen“ ohne HLM

5. Kinderkardiologie und Kinderherzchirurgie in Deutschland - 2002

5.1 Morbidität und Mortalität
5.2 Kinderherzkliniken
5.3 Kinderkardiologie
5.3.1 Kinderkardiologen
5.3.2 Kinderkardiologische Leistungen
5.4 Kinderherzchirurgie (Operationen angeborener Herzfehler)
5.4.1 Operationen angeborener Herzfehler mit HLM nach Alter und Häufigkeit
5.4.2 Operationen angeborener Herzfehler mit HLMnach Ländern
5.4.3 Warteliste
5.5 Medizinische Rehabilitation für herzkranke Kinder und Jugendliche

6. Angebots- und Leistungsentwicklung von 1979 bis 2001 bzw. 2002

6.1 Entwicklung der Bevölkerung nach Altersgruppen
6.2 Entwicklung der Morbidität
6.3 Entwicklung der Mortalität
6.4 Entwicklung der Angebotsstrukturen
6.4.1 Entwicklung der Linksherzkatheter-Messplätze
6.4.2 Entwicklung der herzchirurgischen Zentren
6.5 Entwicklung ausgewählter kardiologischer Diagnostik
6.5.1 Entwicklung der kassenärztlichen kardiologischen Diagnostik
6.5.2 Entwicklung der Linksherzkatheter-Untersuchungen insgesamt
6.6 Entwicklung der kardiologischen Therapie
6.6.1 Entwicklung der kassenärztlichen kardiologischen Therapie
6.6.2 Entwicklung der PTCA`s insgesamt
6.7 Entwicklung der Herzchirurgie
6.7.1 Entwicklung der Herzoperationen mit HLM
6.7.2 Entwicklung der „Herzoperationen“ ohne HLM
6.8 Kumulation oder Substitution
6.9 Ergebnisorientierte Betrachtung
6.10 Geschätzte Ausgaben für die Krankenkassen im Jahr 2002

7. Anschlussrehabilitation (GKV) bzw. Anschlussheilbehandlung (GRV)

7.1 Sektorenübergreifende Versorgungsstrukturen
7.2 Derzeitige Angebotsstruktur nach Ländern
7.3 Anschlussheilbehandlungen der GRV
7.4 Medizinische Rehabilitation kardiologischer AHB-Patienten der BfA
7.5 Kardiologische Rehabilitation im Wandel

8. Externe Qualitätsdarstellung in Kardiologie und Herzchirurgie

8.1 Zusammenfassung
8.2 Einleitung
8.3 Methoden
8.4 Ergebnisse
8.4.1 Koronarangiographie
8.4.2 Perkutane transluminale Koronarangioplastie (PTCA)
8.4.3 Koronarchirurgie
8.5 Diskussion

9. Kardiovaskulare Versorgung im G-DRG-System 2004
10. Transplantationschirurgie in Deutschland - 2002

10.1 Transplantationszentren
10.2 Herz-Transplantationszentren
10.3 Lungen-Transplantationszentren
10.4 Nieren-Transplantationszentren
10.5 Leber-Transplantationszentren
10.6 Pankreas-Transplantationszentren
10.7 Alle Transplantationszentren
10.8 Transplantationen seit 1992
10.9 Das Transplantationsgesetz

Überblick über die Angebots- und Leistungsstruktur in Nachbarländern

11. Kardiologie und Herzchirurgie in Österreich und der Schweiz

11.1 Österreich
11.1.1 Morbidität und Mortalität
11.1.2 Angebotsstruktur
11.1.3 Kardiologie
11.1.5 Herzchirurgie
11.2 Schweiz
11.2.1 Angebotsstruktur
11.2.2 Kardiologie
11.1.3 Herzchirurgie in der Schweiz
11.3 Vergleich Deutschland, Österreich und Schweiz

12. Vergleich der Kardiologie und Herzchirurgie in Europa

12.1 Vergleich der Altersstruktur der Bevölkerung 2001
12.2 Vergleich der Mortalität an akutem Myokardinfarkt
12.3 Europavergleich ausgewählter Diagnostik und Therapie 2000/2001
12.3.1 Linksherzkatheter-Untersuchungen
12.3.2 PTCA`s
12.3.3 Herzoperationen (KoronarOP, HerzklappenOP, Operationen angeborener Herzfehler) mit HLM
12.4 Transplantationschirurgie in Europa 2002

Anhang

Literaturverzeichnis
Anschriften der Herzchirurgen und herzchirurgischen Zentren in Deutschland
Anschriften der Kinderkardiologen in Deutschland
Rehabilitationseinrichtungen (AHB / AR-Kliniken) für Herz-, Kreislauferkrankungen
Anschriften der Herzkatheterzentren in Österreich
Abkürzungsverzeichnis


Sektorenübergreifende Gesundheitsberichterstattung zur Kardiologie, Herzchirurgie und Transplantationschirurgie

Der 15. HERZBERICHT analysiert die Angebotsstruktur und die Versorgung der 2002/2001 in Deutschland kardiologisch und herzchirurgisch ambulant und stationär behandelter Patienten. Der Bericht wurde 1988 erstmals vorgelegt und wird seitdem durch den Verfasser ständig erweitert. Er umfasst inzwischen, mit dem Ziel einer sektorenübergreifenden Gesundheitsbe-richterstattung, neben der Herzchirurgie und Kardiologie im engeren Sinn auch andere mit der Versorgung der davon betroffenen Patienten zusammenhängende Tatbestände und Daten.

Der 15. HERZBERICHT enthält bundesweite und Länder bezogene Informationen über

Bei der Analyse der Morbidität und Mortalität ausgewählter Herzkrankheiten wurden Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden verwendet, die bereitwillig und umgehend zur Verfügung gestellt wurden.

Die Daten über die kassenärztliche Versorgung ausgewählter Diagnostik und Therapie am Herzen und an herznahen Gefäßen wurden im Hinblick auf eine möglichst umfassende Berichterstattung liebenswürdigerweise vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland geliefert.

Die Datenerfassung für ausgewählte diagnostische und therapeutische Daten der Erwachsenen-Kardiologie erfolgte durch eine Länderumfrage des Krankenhausausschusses der AOLG und eigenen Erhebungen. Die Ergebnisse wurden mit der gemeinsamen Umfrage der Kommission für Klinische Kardiologie und der Arbeitsgruppe Interventionelle Kardiologie (für die ESC) und Angiologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz-Kreislaufforschung abgestimmt.

Die Daten der Kinderherzkatheterlabors wurden von der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Kardiologie zur Verfügung gestellt.

Die Datenerfassung für die Herzchirurgie erfolgte - wie 1989 mit dem Verfasser vereinbart - auf der Grundlage der jährlichen Länderumfrage der Deutschen Gesellschaft für Thorax, Herz- u. Gefäßchirurgie. Die Auswertung der Basisdaten wurde von der Arbeitsgruppe für Dokumentation und Qualitätssicherung in der Herzchirurgie im UKE Hamburg („Hamburger Jahresstatistik“) vorgenommen.

Beim europäischen Vergleich der kardiologischen und herzchirurgischen Versorgung wurde auf die Daten des von F. Unger und P. Ghosh, European Heart Institute, Salzburg, veröffentlichten europäischen Herz-Report zurückgegriffen.

Die Datenerfassung für die Transplantationschirurgie erfolgte in Abstimmung mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) auf der Basis des Jahresberichtes „Organspende und Transplantation in Deutschland 2001“.

Die Ausführungen zur Qualitätssicherung stammen von der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung GmbH mit Sitz in Düsseldorf.


Überblick über die Angebots- und Leistungsstruktur in Deutschland

Bevölkerung 2001
Deutschland hatte am 31.12.2001 82.440.309 Einwohner, 40.274.676 Männer und 42.165.633 Frauen.

Morbidität und Mortalität 1999 und 2000
Die stationäre Morbidität, d.h. die Zahl der vollstationären Fälle pro 100.000 Einwohner (wohnortbezogen, ohne Patienten aus dem Ausland) betrug 2000 für den akuten Myokardinfarkt (ICD-I21) 193, und für die chronisch ischämisch Herzkrankheit (ICD-I25) 666.
Die Sterbeziffer, d.h. die Zahl der Gestorbenen pro 100.000 Einwohner betrug 2001 für den akuten Myokardinfarkt (ICD-I21) 79 und für die chronisch ischämische Herzkrankheit (ICD-I25) 113.

Kardiologie 2002
Am 31.12.2002 waren 2.862 Kardiologen berufstätig.
Es waren 543 Linksherzkatheter-Messplätze (Erwachsene und Kinder) in Betrieb.
Es wurden 646.547 Linksherzkatheter-Untersuchungen durchgeführt.
Es wurden 207.937 PTCA`s durchgeführt und dabei 148.853 Stents eingesetzt.

Kassenärztliche kardiologische Versorgung 2002/2001
Am 31.12.2002 haben 2.031 Kardiologen an der kassenärztlichen Versorgung teilgenommen.
Für Diagostik und Therapie am Herzen und an den herznahen Gefäßen wurden 2001
165.850 Stressechokardiographien
3.461.317 Dopplerechokardiograhien
7.566 Einschwemmkatheter
116.141 Linksherkatheter
15.745 Dilatationen und
182.951 Herzszintigraphien erbracht.

Herzchirurgie 2002
Bundesweit waren 540 Herzchirurgen und Thorax-Kardiovaskularchirurgen berufstätig.
Es waren 79 herzchirurgische Zentren in Betrieb.
Es wurden 96.194 Herzoperationen mit HLM und 48.646 Operationen ohne HLM durchgeführt.
74,0 Prozent der Patienten entfielen auf die Altersgruppe der über 60jährigen.
39,1 Prozent der Herzoperationen mit HLM entfielen auf die über 70jährigen Patienten.
69,0 Prozent der Herzoperationen mit HLM entfielen auf die Männer, 31,0 Prozent auf die Frauen.
5.573 Patienten waren auf der Warteliste vorgemerkt.

Kinderkardiologie und Kinderherzchirurgie (Operation angeborener Herzfehler) 2002
Am 31.12.2002 waren bundesweit 287 Kinderkardiogen berufstätig.
An 27 Herzzentren wurden 1.715 Operationen angeborener Herzfehler mit HLM an Säuglingen (unter 1 Jahr), 1.826 an Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren und 883 an Jugendlichen und Erwachsenen ab 17 Jahren durchgeführt.

Entwicklung der Angebots- und Leistungsstruktur von 1990 bis 2002/2001
Von 1999 bis 2001

Die Sterbeziffer des akuten Myokardinfarktes ist seit 1990 von 107 auf 79 zurückgegangen.
Die Sterbeziffer der chronisch ischämischen Herzkrankheit stieg seit 1990 von 102 auf 113.
Von 1990 bis 2002
Die Zahl der Linksherzkatheter-Messplätze stieg seit 1990 von 234 auf 543.
Die Zahl der Herzzentren stieg seit 1990 von 46 auf 79.
Die Zahl der Linksherzkatheter-Untersuchungen hat sich seit 1990 von 193.673 auf 646.547 erhöht.
Die Zahl der PTCA`s hat sich seit 1990 von 33.785 auf 207.937 erhöht.
Die Zahl der Herzoperationen mit HLM hat sich seit 1990 von 38.712 auf 96.194 erhöht.

Medizinische Rehabilitation 2002
Im Jahr 2002 hatten 154 AHB-Kliniken eine Anerkennung für Krankheiten des Herzens und des Kreislaufes.

Transplantationschirurgie 2002
Im Jahr 2002 wurden 395 Herzen, 198 Lungen, 2.325 Nieren, 756 Lebern und 163 Pankrease, insgesamt 3.837 Organe transplantiert.

Ausgaben der Krankenkassen 2002
Für Linksherzkatheter-Untersuchungen, PTCA`s (incl.Stents) Herzoperationen und AHB-Maßnahmen wurden von den Krankenkassen im Jahr 2002 schätzungsweise rd. 2,9 Mrd. Euro ausgegeben.

Vergleich mit Österreich und der Schweiz pro 1 Million Einwohner
Deutschland lag 2002/2001 bei den Linksherzkatheter-Untersuchungen, den PTC`s und den Herzoperationen – mit Ausnahme der Klappenoperationen - merklich über den Vergleichswerten aus Österreich und der Schweiz.

Europäischer Vergleich pro 1 Million Einwohner 2001
Im europäischen Vergleich pro eine Million Einwohner lag Deutschland 2001 bei den Linksherzkatheter-Untersuchungen an erster, bei den PTCA`s an zweiter und bei den Herzoperationen mit HLM ebenfalls an erster Stelle.