Ernst Bruckenberger

12. Herzbericht 1999 mit Transplantationschirurgie

Sektorenübergreifende Gesundheitsberichterstattung zur Kardiologie, Herzchirurgie und Transplantationschirurgie in Deutschland
Überblick über die Angebots- und Leistungsstruktur in Deutschland

Die Druckfassung (156 Seiten, 4farbig im A4-Format) steht seit Anfang September 2000 zur Verfügung und kann beim Verfasser gegen Selbstkostenerstattung bezogen werden.

Inhaltsverzeichnis

1. Bevölkerung Deutschlands am 31.12.1998
2. Morbidität und Mortalität 1998

2.1 Morbidität ischämischer und anderer Herzkrankheiten nach Diagnosen und Ländern
2.2 Mortalität ischämischer und anderer Herzkrankheiten nach Diagnosen und Ländern

3. Kardiologie 1999

3.1 Kardiologen in Deutschland - 1999
3.2 Linksherzkatheter-Messplätze am 31.12.1999
3.3 Linksherzkatheter-Untersuchungen, PTCA´s und sonstige kardiologische Leistungen
3.3.1 Kassenärztliche kardiologische Versorgung
3.3.2 Linksherzkatheter-Untersuchungen und PTCA´s insgesamt

4. Herzchirurgie 1999

4.1 Herzchirurgische Zentren
4.2 Herzchirurgen in Deutschland
4.3 Herzoperationen mit HLM
4.4 Verteilung nach Art der Operation
4.5 Minimal-invasive Herzchirurgie (MIHC)
4.6 Altersstruktur der operierten Patienten
4.7 Geschlecht der operierten Patienten
4.8 Warteliste
4.9 Patientenwanderung zwischen den Ländern
4.10 „Herzoperationen“ ohne HLM

5. Kinderkardiologie und Kinderherzchirurgie 1999

5.1 Morbidität und Mortalität
5.2 Kinderherzkliniken
5.3 Kinderkardiologie
5.3.1 Kinderkardiologen in Deutschland
5.3.2 Kinderkardiologische Leistungen 49 5.4 Kinderherzchirurgie
5.4.1 Herzoperationen mit HLM nach Alter und Häufigkeit
5.4.2 Herzoperationen mit HLM nach Ländern
5.4.3 Warteliste
5.5 Medizinische Rehabilitation für herzkranke Kinder und Jugendliche

6. Angebots- und Leistungsentwicklung von 1979 bis 1998/1999

6.1 Entwicklung der Bevölkerung
6.2 Entwicklung der Morbidität und Mortalität
6.2.1 Entwicklung der Morbidität
6.2.2 Entwicklung der Mortalität nach Altersgruppen, Geschlecht und Ländern
6.3 Entwicklung der Angebotsstrukturen
6.3.1 Entwicklung der Linksherzkatheter-Messplätze
6.3.2 Entwicklung der herzchirurgischen Zentren
6.4 Entwicklung ausgewählter kardiologischer Diagnostik
6.4.1 Entwicklung der kassenärztlichen kardiologischen Diagnostik
6.4.2 Entwicklung der Linksherzkatheter-Untersuchungen insgesamt
6.5 Entwicklung der kardiologischen Therapie
6.5.1 Entwicklung der kassenärztlichen kardiologischen Therapie
6.5.2 Entwicklung der PTCA`s insgesamt
6.6 Entwicklung der Herzchirurgie
6.6.1 Entwicklung der Herzoperationen mit HLM
6.6.2 Entwicklung der “Herzoperationen” ohne HLM in den Herzzentren
6.7 Kumulation oder Substitution
6.8 Ergebnisorientierte Betrachtung

7. Medizinische Rehabilitation für herzchirurgische Patienten 1998/1999
8. Qualitätssicherung in der Herzchirurgie 1998

8.1 Erwachsenenherzchirurgie
8.2 Pädiatrische Kardiologie

9. Auswirkungen des neuen Entgeltsystems 1998
10. Vergleich der Kardiologie und Herzchirurgie in Europa

10.1 Vergleich der Altersstruktur der Bevölkerung 1997
10.2 Vergleich der Mortalität an akutem Myokardinfarkt 1997
10.3 Europavergleich ausgewählter Diagnostik und Therapie
10.3.1 Linksherzkatheter-Untersuchungen
10.3.2 PTCA´s
10.3.3 Herzoperationen mit HLM 1998

11. Transplantationschirurgie 1999

11.1 Transplantationszentren
11.2 Herz-Transplantationszentren
11.3 Lungen-Transplantationszentren
11.4 Nieren-Transplantationszentren
11.5 Leber-Transplantationszentren
11.6 Pankreas-Transplantationszentren
11.7 Alle-Transplantationszentren
11.8 Zunahme der Transplantationen seit 1992
11.9 Das Transplantationsgesetz
11.10 Transplantationschirurgie in Europa 1999

Anhang

Literaturverzeichnis
Anschriften der Herzchirurgen und herzchirurgischen Zentren in Deutschland
Anschriften der Kinderkardiologen in Deutschland
Abrechnungsbestimmungen für Fallpauschalen
Rehabilitationseinrichtungen (AHB-Kliniken) für die Indikationsgruppe 1 und 2
Leistungsdefinition und Nr. des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes


Sektorenübergreifende Gesundheitsberichterstattung zur Kardiologie, Herzchirurgie und Transplantationschirurgie

Der 12. HERZBERICHT analysiert die Angebotsstruktur und die Versorgung kardiologisch und herzchirurgisch ambulant und stationär behandelter Patienten 1998/99 in Deutschland. Der 1. Bericht zur „Situation der Herzchirurgie in Deutschland“ wurde auf Grund einer am 17./18. November 1988 in Berlin von der 59. Konferenz der für das Gesundheitswesen zuständigen Minister und Senatoren der Länder (GMK) verabschiedeten Entschließung erstellt. In den Folgejahren wurde der Bericht durch den Verfasser ständig erweitert und umfasst inzwischen, mit dem Ziel einer sektorenübergreifenden Gesundheitsberichterstattung, neben der Herzchirurgie und Kardiologie im engeren Sinn auch andere mit der Versorgung der davon betroffenen Patienten zusammenhängende Tatbestände und Daten. Nach wie vor ist die Datenlage über die kosten- bzw. ausgabenmäßigen Auswirkungen als unbefriedigend anzusehen, obwohl diese meist im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion stehen.

Der 12. HERZBERICHT enthält bundesweite und länderbezogene Informationen über

Bei der Analyse der Morbidität und Mortalität ausgewählter Herzkrankheiten wurden Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden verwendet, die bereitwillig und umgehend zur Verfügung gestellt wurden.

Die Daten über die kassenärztliche Versorgung ausgewählter Diagnostik und Therapie am Herzen und an herznahem Gefäßen wurden im Hinblick auf eine möglichst umfassende Berichterstattung liebenswürdigerweise vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland geliefert.

Die Datenerfassung für ausgewählte diagnostische und therapeutische Daten der Erwachsenen-Kardiologie erfolgte durch eine Länderumfrage des Krankenhausausschusses der AOLG und eigenen Erhebungen. Die Ergebnisse wurden mit der gemeinsamen Umfrage der Kommission für Klinische Kardiologie und der Arbeitsgruppe Interventionelle Kardiologie (für die ESC) und Angiologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz-Kreislaufforschung abgestimmt.

Die Daten der Kinderherzkatheterlabors wurden von der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Kardiologie zur Verfügung gestellt.

Die Datenerfassung für die Herzchirurgie erfolgte - wie 1989 vereinbart – auf der Grundlage der jährlichen Länderumfrage der Deutschen Gesellschaft für Thorax, Herz- u. Gefäßchirurgie. Die Auswertung der Basisdaten wurde von der Arbeitsgruppe für Dokumentation und Qualitätssicherung in der Herzchirurgie im UKE Hamburg („Hamburger Jahresstatistik“) vorgenommen und durch eigene Berechnungen und Darstellungen ergänzt und umgesetzt. Im Gegensatz zu den früheren Herzberichten wurde auf eine getrennte Aufbereitung für die alten und neuen Bundesländer verzichtet.

Beim europäischen Vergleich der kardiologischen und herzchirurgischen Versorgung wurde auf den von den Prof. P. Ghosh und F. Unger, European Heart Institute, Salzburg, veröffentlichten europäischen Herz-Report zurückgegriffen.

Die Datenerfassung für die Transplantationschirurgie erfolgte in Abstimmung mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) auf der Basis des Jahresberichtes “Organspende und Transplantation in Deutschland 1999”. Sie wurde durch eigene Berechnungen und Darstellungen ergänzt.

Die Ausführungen zur Qualitätssicherung stammen von der Geschäftsstelle der Bundesarbeitsgemeinschaft Qualitätssicherung Herzchirurgie mit Sitz bei der Ärztekammer Nordrhein in Düsseldorf.

Mein besonderer Dank für die engagierte Zusammenarbeit bei der Abfassung des 12.HERZBERICHTES gilt den Herren

Prof. Dr. Kalmar, Arbeitsgruppe für Dokumentation und Qalitätssicherung in der Herzchirurgie, UKE Hamburg
Dipl. Ing. Irrgang, Arbeitsgruppe für Dokumentation und Qalitätssicherung in der Herzchirurgie, UKE Hamburg
Heuer, Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland, Köln
Prof. Dr. Hagl, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, Heidelberg
Dr. Mannebach, Beauftragter der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und Herz-Kreislaufforschung für die Leistungsstatistik, Bad Oeynhausen
Prof. Dr. A.A. Schmaltz, Präsident der der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie, Essen
Prof. Dr. Kramer, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie, Kiel
Prof. Dr. Meyer, Kinderkardiologie, Herzzentrum NRW, Bad Oeynhausen
Prof. Dr. Held, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen
Dr. Huber, Ärztekammer Nordrhein, Projektstelle Qualitätssicherung Herzchirurgie, Düsseldorf
Prof. Dr. Unger, European Heart Institute of the European Academy of Sciences und Arts, Salzburg und
Köhler, Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), Neu-Isenburg.

Überblick über die Angebots- und Leistungsstruktur in Deutschland

Bevölkerung 1998
Deutschland hatte am 31.12.1998 82.057.379 Einwohner, 40.004.142 Männer und 42.032.869 Frauen.

Morbidität und Mortalität 1998
Analysiert wurden die Diagnoseschlüssel ICD-394-397, 410, 414, 424, 429 und 745.
Von den 796.930 vollstationären Patienten entfielen auf die Männer 70, auf die Frauen 30 Prozent.
Von den 190.030 Gestorbenen entfielen auf die Männer 46 auf die Frauen 54 Prozent.

Kardiologie 1999
Am 31.12.1999 waren 2.167 Kardiologen berufstätig.
Es waren 513 Linksherzkatheter-Messplätze (Erwachsene und Kinder) in Betrieb.
Es wurden 561.623 Linksherzkatheter-Untersuchungen durchgeführt.
Es wurden 166.132 PTCA`s durchgeführt und dabei 103.537 Stents eingesetzt.

Kassenärztliche kardiologische Versorgung 1998/99
Am 31.12.1999 haben 1.752 Kardiologen an der kassenärztlichen Versorgung teilgenommen.
Für Diagostik und Therapie am Herzen und an den herznahen Gefäßen wurden 1998

Herzchirurgie 1999
Bundesweit waren 385 Herzchirurgen berufstätig.
Es waren 81 herzchirurgische Zentren in Betrieb.
Es wurden 96.906 Herzoperationen mit HLM und 44.747 Operationen ohne HLM durchgeführt.
71,3 Prozent der Patienten entfielen auf die Altersgruppe der über 60jährigen.
Jede dritte Herzoperation mit HLM entfiel auf einen über 70jährigen Patienten.
69,3 Prozent der Herzoperationen mit HLM entfielen auf die Männer, 30,7 Prozent auf die Frauen.
6.567 Patienten waren auf der Warteliste vorgemerkt.

Kinderkardiologie und Kinderherzchirurgie 1999
1999 waren bundesweit 244 Kinderkardiogen berufstätig.
An 55 Herzzentren wurden 1.664 Herzoperationen mit HLM an Säuglingen (unter 1 Jahr), 1.557 an
Kindern (1 bis unter 10 Jahre) und 583 an Jugendlichen (10 bis unter 20 Jahre) durchgeführt.

Entwicklung der Angebots- und Leistungsstruktur von 1990 bis 1998
Die Sterbeziffer des akuten Myokardinfarktes ist seit 1990 von 107 auf 100 zurückgegangen.
Die Sterbeziffer sonstiger Formen von ischämischen Kerzkrankheiten stieg seit 1990 von 102 auf 116.
Die Sterbeziffer der anderen Herzkrankheiten ist seit 1990 von 120 auf 114 zurückgegangen.
Die Sterbeziffer aller analysierten Herzkrankheiten stieg seit 1990 von 229 auf 230.
Die Zahl der Linksherzkatheter-Messplätze stieg seit 1990 von 234 auf 513.
Die Zahl der Herzzentren stieg seit 1990 von 46 auf 81.
Die Zahl der Linksherzkatheter-Untersuchungen hat sich seit 1990 von 193.673 auf 561.623 erhöht.
Die Zahl der PTCA`s hat sich seit 1990 von von 33.785 auf 166.132 erhöht.
Die Zahl der Herzoperationen mit HLM hat sich seit 1990 von 38.712 auf 96.906 erhöht.

Medizinische Rehabilitation 1998
1999 hatten 124 AHB-Kliniken eine Anerkennung für Krankheiten des Herzens und des Kreislaufes.

Ausgaben der Krankenkassen 1998
Für Linksherzkatheter-Untersuchungen, PTCA`s, Stents, Herzoperationen und AHB-Maßnahmen wurden von den Krankenkassen 1999 schätzungsweise rd. 5,3 Mrd. DM ausgegeben.

Europäischer Vergleich 1998
Im europäischen Vergleich pro eine Million Einwohner lag Deutschland 1997 sowohl bei den Linksherzkatheter-Untersuchungen als auch bei den PTCA`s an erster und bei den Herzoperationen mit HLM an zweiter Stelle.

Transplantationschirurgie 1999
1998 wurden 500 Herzen, 146 Lungen, 2.275 Nieren, 757 Lebern und 216 Pankrease, insgesamt 3.896 Organe transplantiert.

Hannover, 15. August 2000