Inhalt

Sektorenübergreifende Gesundheitsberichterstattung zur Herzchirurgie
Überblick über die Angebots- und Leistungsstruktur in Deutschland

1. Bevölkerung am 31.12.1996

2. Morbidität und Mortalität 1996

2.1 Morbidität ischämischer und anderer Herzkrankheiten nach Diagnosen und Ländern
2.2 Mortalität ischämischer und anderer Herzkrankheiten nach Diagnosen und Ländern

3. Kardiologie 1997

3.1 Kardiologen in Deutschland - 1996/1997
3.2 Linksherzkatheter-Meßplätze am 31.12.1997
3.3 Linksherzkatheter-Untersuchungen und PTCA´s

4. Herzchirurgie 1997

4.1 Herzchirurgische Zentren
4.2 Herzchirurgen in Deutschland am 31.12.1996
4.3 Herzoperationen mit HLM
4.4 Verteilung nach Art der Operation
4.5 Minimal-invasive Herzchirurgie (MIC)
4.6 Altersstruktur der operierten Patienten
4.7 Geschlecht der operierten Patienten
4.8 Warteliste
4.9 Patientenwanderung zwischen den Ländern
4.10 „Herzoperationen“ ohne HLM
4.11 Kapazitätserweiterung

5. Kinderkardiologie und Kinderherzchirurgie 1997

5.1 Kinderherzkliniken
5.2 Kinderkardiologie
5.3 Kinderherzchirurgie
5.3.1 Herzoperationen mit HLM
5.3.2 Warteliste

6. Angebots- und Leistungsentwicklung von 1979 bis 1997

6.1 Entwicklung der Bevölkerung
6.2 Entwicklung der Morbidität und Mortalität
6.2.1 Morbidität
6.2.2 Mortalität nach Altersgruppen, Geschlecht und Ländern
6.3 Entwicklung der Angebotsstrukturen nach Ländern
6.3.1 Linksherzkatheter-Meßplätze
6.3.2 Herzchirurgische Zentren
6.4 Entwicklung der Diagnostik
6.5 Entwicklung der Therapie
6.5.1 PTCA
6.5.2 Herzoperationen mit HLM
6.6 Kumulation oder Substitution
6.7 Ergebnisorientierte Betrachtung

7. Medizinische Rehabilitation für herzchirurgische Patienten 1997

8. Qualitätssicherung in der Herzchirurgie 1997

8.1 Erwachsenenherzchirurgie
8.2 Pädiatrische Kardiologie

9. Auswirkungen des neuen Entgeltsystems 1997

10. Europäischer Vergleich der Herzchirurgie 1996

11. Transplantationschirurgie 1997

11.1 Transplantationszentren
11.2 Herztransplantationszentren
11.3 Nierentransplantationszentren
11.4 Lebertransplantationszentren
11.5 Zunahme der Transplantationen seit 1992
11.6 Das Transplantationsgesetz
11.7 Transplantationschirurgie in Europa

Anhang
Literaturverzeichnis
Übersicht der herzchirurgischen Zentren 1997
Anschriften der Herzchirurgen in Deutschland
Abrechnungsbestimmungen für Fallpauschalen
Katalog der Fallpauschalen
Abrechnungsbestimmungen für Sonderentgelte
Katalog der Sonderentgelte

 


Sektorenübergreifende Gesundheitsberichterstattung zur Herzchirurgie

Der 10. Herzbericht analysiert die Situation der Versorgung herzchirurgisch behandelter Patienten 1997 in Deutschland. Der 1. Bericht zur „Situation der Herzchirurgie in Deutschland“ wurde auf Grund einer am 17./18. November 1988 in Berlin von der 59. Konferenz der für das Gesundheitswesen zuständigen Minister und Senatoren der Länder (GMK) verabschiedeten Entschließung verfaßt. In den Folgejahren wurde der Bericht durch den Verfasser ständig erweitert und umfaßt inzwischen, mit dem Ziel einer sektorenübergreifenden Gesundheitsberichterstattung, neben der Herzchirurgie im engeren Sinn auch andere damit zusammenhängende Tatbestände und Daten. Als unbefriedigend ist die Datenlage über die kosten- bzw. ausgabenmäßigen Auswirkungen anzusehen.

Der 10. Herzbericht enthält bundesweite und länderbezogene Informationen über

Bei der Analyse der Morbidität und Mortalität ausgewählter Herzkrankheiten wurden Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden verwendet, die bereitwillig und umgehend zur Verfügung gestellt wurden.

Die Datenerfassung für die Erwachsenen-Kardiologie erfolgte durch eine Länderumfrage des Krankenhausausschusses der AOLG und eigenen Erhebungen. Die Daten der Kinderherzkatheterlabors wurden von der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Kardiologie zur Verfügung gestellt.

Die Datenerfassung für die Herzchirurgie erfolgte - wie 1989 vereinbart - in enger Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Thorax, Herz- u. Gefäßchirurgie. Die Auswertung der Basisdaten wurde, um Doppelerfassungen und Abweichungen zu vermeiden, von der Arbeitsgruppe für Dokumentation und Qualitätssicherung in der Herzchirurgie im UKE Hamburg („Hamburger Jahresstatistik“) vorgenommen und durch eigene Berechnungen und Darstellungen ergänzt und umgesetzt. Bei der Analyse der Herzchirurgie wurden die Ergebnisse für die alten Bundesländer (früheres Bundesgebiet incl. Berlin/West) und die neuen Bundesländer (ehemalige Deutsche Demokratische Republik incl. Berlin/Ost) aus Vergleichsgründen nochmals getrennt aufbereitet. Beim europäischen Vergleich der herzchirurgischen Versorgung konnte auf den von Prof. Unger, Salzburg, veröffentlichten Report zurückgegriffen werden.

Die Informationen über die Angebots- und Leistungsstruktur für die Herztransplantationen wurden im Hinblick auf die Auswirkungen bzw. Verpflichtungen, die sich aus dem Transplantationsgesetz ergeben, für den Herzbericht 1997 mit dem Ziel eines Gesamtüberblickes ausnahmsweise um die übrige Transplantationschirurgie erweitert. Die Datenerfassung für die Transplantationschirurgie erfolgte in Abstimmung mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Sie wurde durch eigene Berechnungen und Darstellungen ergänzt.

Die Ausführungen zur Qualitätssicherung stammen von der Geschäftsstelle der Bundesarbeitsgemeinschaft Qualitätssicherung Herzchirurgie mit Sitz bei der Ärztekammer Nordrhein in Düsseldorf.

Mein besonderer Dank für die engagierte Zusammenarbeit bei der Abfassung des 10. Herzberichtes gilt den Herren

Dipl.Ing. Irrgang, Arbeitsgruppe für Dokumentation und Qalitätssicherung in der Herzchirurgie, UKE Hamburg
Prof. Dr. Polonius, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, Dortmund
Prof. Dr. Hagl, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, Heidelberg
Prof. Dr. Meyer, Kinderkardiologie, Herzzentrum NRW, Bad Oeynhausen
Prof. Dr. Ulmer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie, Heidelberg
Prof. Dr. Held, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen
Dr. Huber, Ärztekammer Nordrhein, Projektstelle Qualitätssicherung Herzchirurgie, Düsseldorf
Prof. Dr. Unger, Salzburg und
Smit, Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), Neu-Isenburg.

 


Überblick über die Angebots- und Leistungsstruktur in Deutschland

Bevölkerung 1996

Deutschland hatte am 31.12.1996 82.012.162 Einwohner, 39.954.835 Männer und 42.057.237 Frauen.

Morbidität und Mortalität 1996

Analysiert wurden die Diagnoseschlüssel ICD-394-397, 410, 414, 424, 429, 429 und 745.
Von den 752.346 vollstationären Patienten entfielen auf die Männer 65, auf die Frauen 35 Prozent.
Von den 192.721 Gestorbenen entfielen auf die Männer 47, auf die Frauen 53 Prozent.

Kardiologie 1997

Am 31.12.1997 waren bundesweit 1.588 Kardiologen vertragsärztlich tätig.
1997 waren 431 Linksherzkatheter-Meßplätze in Betrieb.
1997 wurden 487.240 Linksherzkatheter-Untersuchungen und 138.001 PTCA`s durchgeführt.

Herzchirurgie 1997

Bundesweit waren 325 Herzchirurgen bzw. Thorax- und Kardiovaskularchirurgen tätig (1996).
Es waren 78 herzchirurgische Zentren in Betrieb.
Es wurden 92.247 Herzoperationen mit HLM und 37.052 Operationen ohne HLM durchgeführt.
67,3 Prozent der Patienten entfielen auf die Altersgruppe der über 60jährigen.
Jede dritte Herzoperation mit HLM entfiel auf einen über 70jährigen Patienten.
70,1 der Herzoperationen mit HLM entfielen auf die Männer, 29,9 Prozent auf die Frauen.
7.927 Patienten waren auf der Warteliste vorgemerkt.

Kinderkardiologie und Kinderherzchirurgie 1997

1997 waren bundesweit 214 Kinderkardiogen tätig.
An 56 Herzzentren wurden 1.628 Herzoperationen mit HLM an Säuglingen (unter 1 Jahr),
1.752 an Kindern (1 bis unter 10 Jahre) und 682 an Jugendlichen (10 bis unter 20 Jahre) durchgeführt .

Entwicklung der Angebots- und Leistungsstruktur von 1990 bis 1997

Die Sterbeziffer des akuten Myokardinfarktes ist seit 1990 von 129 auf 104 zurückgegangen.
Die Sterbeziffer sonstiger Formen von ischämischen Kerzkrankheiten stieg seit 1990 von 60 auf 114.
Die Sterbeziffer der anderen Herzkrankheiten ist seit 1990 von 34 auf 17 zurückgegangen.
Die Sterbeziffer aller analysierten Herzkrankheiten stieg seit 1990 von 224 auf 235.
Die Zahl der Linksherzkatheter-Meßplätze stieg seit 1990 von 234 auf 431.
Die Zahl der Herzzentren stieg seit 1990 von 46 auf 78.
Die Zahl der Linksherzkatheter-Untersuchungen hat sich seit 1990 von 193.673 auf 487.240, die
der PTCA`s von 33.785 auf 138.001 erhöht.
Die Zahl der Herzoperationen mit HLM hat sich seit 1990 von 38.712 auf 92.247 erhöht.

Medizinische Rehabilitation 1997

1997 hatten 123 AHB-Kliniken eine Anerkennung für Krankheiten des Herzens
und des Kreislaufes (Indikationsgruppe 1).

Ausgaben der Krankenkassen 1997

Für Linksherzkatheter-Untersuchungen, PTCA`s, Herzoperationen und AHB-Maßnahmen wurden von
den Krankenkassen 1997 schätzungsweise rd. 4,8 Mrd. DM ausgegeben.

Europäischer Vergleich 1996

Im europäischen Vergleich pro eine Million Einwohner lag Deutschland bei den Linksherzkatheter-
Untersuchungen und den PTCA`s an der Spitze und bei den Herzoperationen mit HLM an dritter Stelle.

 

Verfasser:

Leitender Ministerialrat Dr. Ernst Bruckenberger

Hannover, Juli 1998

 

Druckstücke des vollständigen Berichtes im Format A 4, 4farbig, 110 Seiten können beim Verfasser gegen Unkostenbeitrag bezogen werden.